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Mehr als fünftausend Ratinger waren es, die sich am Sonntag, dem 18. Januar, um 19.00 Uhr auf dem Marktplatz versammelten. Junge und alte waren es, Familien mit Kindern, Mitbürger deutscher Herkunft und solche, deren Gesichtszüge türkische Wurzeln vermuten ließen. Das Ende des Abendgottesdienstes in St. Peter und Paul sorgte für einen letzten großen Schub an Menschen. Hier hatte Pastor Schilling die Messe gefeiert und zum Thema „Miteinander – Füreinander“ gepredigt und danach spontan großen Beifall erhalten.

Pastor Schilling war es auch, der gemeinsam mit dem ev. Pfarrer Leithe bald danach die Teilnehmer des gemeinsamen Weges begrüßte – hoch oben, von einem Fenster des Bürgerhauses aus. Pastor Schilling, erkennbar bewegt von der großen Teilnehmerzahl, drückte seine Freude darüber aus, dass der Aufruf zu diesem gemeinsamen Weg so gut angenommen worden war; Pfarrer Leithe verlas noch einmal den gemeinsamen Aufruf beider Kirchen, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Fast alle trugen, wie es in der Einladung gewünscht war, ein Licht bei sich.



Der Weg führte vom Marktplatz durch die Lintorfer Straße, vorbei an der ev. Stadtkirche und dem ehemaligen jüdischen Friedhof, danach durch die Kaiserswerther Straße auf die Süd-Dakota-Brücke und von dort hinab zur Moschee. Hier wurden alle Teilnehmer des gemeinsamen Weges vom Imam der türkisch-muslimischen Gemeinde erwartet. Er bat die verschiedenen Teilnehmergruppen, sich dadurch zu erkennen zu geben, dass sie ihre Lichter hochhielten: die katholischen Christen – die evangelischen Christen – die Juden – die Muslime – die Aleviten – und immer sah man, wie Menschen ihre Kerzen in die Höhe hielten und deutlich machten, dass sie dabei waren, „miteinander-füreinander“ zu gehen. Bürgermeister Klaus Pesch, bis dahin ein unauffälliger Teilnehmer des gemeinsamen Weges, wurde vom Imam zum Rednerpult gebeten. Er sei stolz auf seine Stadt und glücklich darüber, sagte er, dass so viele Ratinger Bürger für ein so wichtiges Anliegen gemeinsam auf die Straße gingen.
Der Imam beschloss den Abend mit einem Gebet, das mit den Worten „Lieber Gott“ begann und kein Wort enthielt, dass nicht jeder Teilnehmer des Weges mitsprechen konnte. Und selbstverständlich fehlte am Ende auch die Einladung zu einem Glas Tee nicht…


Text: Christel Lueb-Pietron und Josef Pietron
Fotos: Ronald Morschheuser / Kirchenzeitung Erzbistum Köln. Danke!



















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"Pilgerhock"

18. Januar - "Miteinander - Füreinander"