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Nicht das Hauptbild, aber die runden Einzelszenen können Sie nach einem Klick vergößert sehen.

Ein kleines Kind ist beim Arzt, es muss sich einer schmerzhaften Untersuchung unterziehen, voller Angst schreit es laut durch das Behandlungszimmer. Keine Mutter kann das ertragen. - Es herrscht Hungersnot, Krieg; die Mütter müssen mit ihren kleinen Kindern fliehen, wissen nicht, womit sie es heute, geschweige denn morgen ernähren sollen. - Es ist das eingetreten, was vielleicht das Schlimmste für Eltern ist: nicht sie selber liegen auf dem Sterbebett und nehmen Abschied von ihren Kindern, sondern sie stehen an der Leiche ihres Sohnes, ihrer Tochter - weil ein Verkehrsunfall, ein Krebsleiden, ein Attentat sie vor ihnen dahinraffte. Tod gegen die Ordnung des Lebens...

So schrecklich solche Szenen sind - sie sind nicht neu. Seit es Menschen gibt, leiden Väter, vielleicht mehr noch Mütter, mit ihren Kindern, fühlen mit ihren Kindern den Schmerz, spüren mit ihnen die Einsamkeit und möchte mit ihnen ins Grab springen. Es gibt Zeiten, da scheint der Himmel schwarz zu werden vor Schmerz. Dazu zählt sicher das 14. Jahrhundert - die Zeit, in der in Europa die Pest wütete und binnen fünf Jahren ein Drittel der gesamten europäischen Bevölkerung sterben musste.

Damals begann man, Szenen aus dem Leben Mariens zusammenzustellen, in denen sie Schmerz empfand: die Beschneidung, die Darbringung im Tempel, die Flucht nach Ägypten, der Verlust des Kindes in Jerusalem, die Kreuzigung Jesu, sein Tod am Kreuz, der tote Sohn in den Armen seiner Mutter. "Sieben Schmerzen" nicht, weil es gerade sieben und nicht sechs oder acht waren, sondern "Sieben" steht für die Gesamtheit aller Schmerzen, für alles Leid der Welt.

Ein Altar, auf dem der Künstler diese "sieben" Schmerzen zusammen gestellt hat, steht vorn in unserer Kirche, der "Siebenschmerzenaltar"; der Name des Künstlers ist Anton Wonsam; gefertigt wurde das Triptychon um 1550. Betrachten Sie etwa die dritte Szene: Die Flucht Marias mit ihrem Baby in ein fernes Land. Man muss kein besonderer Marienverehrer sein, um davon beeindruckt zu sein - beeindruckt und auch getröstet. Denn der Schmerz Marias ist der Schmerz der Mütter, das Leid aller Menschen, deren Herz die Fähigkeit mitzufühlen noch nicht verloren hat. Ihr Schmerz ist unser Schmerz. Und unser Schmerz ist bei ihr in guten Händen.

Wenn Sie die Medallions, die runden Einzelbilder, anklicken, können Sie sie vergrößert sehen. Am besten beginnen Sie links unten bei der ersten Szene und wandern dann mit Hilfe der kleinen blauen Pfeile weiter!

Die Rückseite des Siebenschmerzenaltars ist nur sehr schlecht erhalten. Rechts ist ein Engel zu sehen, so dass man annehmen kann, dass die Außenflügel die Verkündigung an Maria dargestellt haben.

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St. Jacobus der Ältere: ein kleiner Kirchenführer mit Bildern

Der Siebenschmerzenaltar