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Etwas weiter rechts ist der hl. Apostel Jacobus d. Ä., der Patron aller Pilger, mit dem Evangelienbuch dargestellt. Neben ihm erscheint im Hintergrund Kaiser Karl der Große, durch die Kaiserkrone ausgezeichnet, und sein treuer Gefährte Roland, der eine Kopfbinde trägt. Beide sollen nach der Legende ebenfalls in Compostela gewesen sein. In der rechten Ecke des Reliefs wird gezeigt, wie der hl. Franziskus zusammen mit dem hl. Dominikus, die gleichfalls nach Santiago gepilgert sein sollen, sich um entkräftete und erkrankte Pilger am Wegesrand kümmern.

(aus: Informationen aus der Pfarrgemeinde St. Jacobus d. Ä., zusammengestellt von Heribert Hennemann; hier zitiert nach: KirchGang. Festschrift zum Abschluss der Kirchenrenovierung und zur Altarweihe St. Jacobus der Ältere, Ratingen-Homberg, November 2004, S. 30-32)
Die rechte Reliefseite des Tabernakels von Bert Gerresheim zeigt einen langen Pilgerzug von Menschen aus unterschiedlichen Zeitepochen, die auf das Mazarelos-Tor, das einzige erhaltene alte Stadttor von Santiago de Compostela, zustreben. Oberhalb der Stadtmauer sind die Kathedraltürme von Compostela und eine Vielzahl von Sternen („Sternenweg“) erkennbar. Im Zug der Menschen reihen sich viele Jacobus-Pilger in der traditionellen Pilgerausrüstung ein: Hut, Stab, Kalebasse, Muschel. Der Zug wird begleitet bzw. angeführt von Jesus Christus selbst, der – ebenfalls als Jacobus-Pilger – als zweiter von links an seinen Wundmalen erkennbar ist. Ihm folgt nach rechts Papst Johannes Paul II, der in den Jahren 1982 und 1989 Santiago besuchte.
Die Vorderseite des Tabernakels (oben) greift nochmals die Emmaus-Erzählung auf und stellt den Moment nach dem Brechen und Austeilen des Brotes durch Jesus vor Augen: „Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr“ (Lk 24,31). Wir sehen die beiden Jünger, wie sie aufgesprungen sind und wie der linke fassungslos nach „oben“ und der rechte erstaunt nach „unten“ auf den Tisch starrt, auf dem ein leerer Brotteller und ein gebrochenes Stück Brot zusehen sind. Die Bildmitte bleibt leer. Werner Roemer, ein Düsseldorfer Kunsthistoriker, schreibt dazu: „Der Weggefährte, in dem die Jünger kurz zuvor den auferstandenen Christus erkannt hatten, war plötzlich ihren entschwunden. Lediglich die durch die Wandlisenen im Hintergrund gebildete Tau-Form weist symbolisch auf seinen vorher am Tisch eingenommenen Platz hin. Hier tritt an die Stelle der traditionell figürlich wiedergegebene Darstellung Jesu der im Tabernakel gegenwärtig geglaubte Christus. Das Fehlen der Hauptfigur betont, dass sich Christi Werk in der Eucharistie sichtbar und greifbar durch die Geschichte fortsetzt und dass das Sakrament eine nur im Glauben erfahrbare Wirklichkeit ist. Damit kehrt das Relief den eucharistischen Aspekt der Emmaus-Erzählung hervor.“

Zu erwähnen ist noch, dass der rechte Jünger eine Jacobusmuschel auf der Brust am Gewand trägt und damit eine Beziehung zwischen der biblischen Emmaus-Erzählung und der mittelalterlichen Wallfahrt hergestellt wird – so wie z.B. auch auf einem Gemälde des italienischen Malers Caravaggio von 1599.
Oben sehen Sie die linke Tafel. Sie zeigt den ersten Teil der Emmaus-Geschichte, den Gang nach Emmaus. Die beiden Jünger nehmen den unerkannten Jesus in die Mitte, der wie sie den Pilgerstab hält und durch die Wundmale an seinen Händen und Füßen charakterisiert ist. Er erklärt ihnen in einem Redegestus den Sinn der Schrift und deutet damit eine Grundfunktion von Kirche und Gemeinde an: die Verkündigung des Glaubens. Die beiden Jünger tragen Pilgerhüte, von denen der rechte mit einer Pilgermuschel geschmückt ist. Der linke Pilger trägt eine Pilgertasche, auf der die Zahlen 24.9.92 zu erahnen sind. Dieses Datum ist ein Hinweis auf den 50. Geburtstag von Dr. Gertz, an dem die Finanzierung des Tabernakels durch die Geldgaben ermöglicht wurde. Rechts auf dem Relief ist die schönste Pilgerbrücke auf dem spanischen Pilgerweg in Puente la Reina zu sehen.


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Zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 1992 wünschte sich der ehemalige Pfarrer der Homberger Gemeinde St. Jacobus d.Ä. einen Beitrag zu einem neuen Tabernakel, gestaltet vom Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim. Über DM 10.000,00 kamen dabei zusammen, so dass der Tabernakel bald realisiert werden konnte. Die Bronzeplatten des Tabernakels wurden aufgrund der Vorlagen des Künstlers in der Gießerei H. Schmäke in Düsseldorf-Oberbilk gegossen. Die Einweihung fand am 8. April 1994 statt.

Der Grundgedanke der drei Reliefplatten ist das Thema: Im Glauben unterwegs sein. Damit taucht auch in dem Tabernakel das Motiv des Weges auf, das durch den Patron unserer Kirche und Schutzheiligen der Pilger – den Apostel Jacobus – vorgegeben ist. Von daher ist auch verständlich, dass auf allen drei Bildtafeln und als Verzierung der Sockelleisten das Abzeichen der Pilger – die Jakobsmuschel – zu sehen ist. Das Thema des Unterwegs-Seins wird auf der linken Tafel und auf der Vorderfront durch die biblische Emmaus-Geschichte (Lk 24, 13-35) vor Augen gestellt; auf der rechten Tafel ist das pilgernde Gottesvolk dargestellt.
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St. Jacobus der Ältere: ein kleiner Kirchenführer mit Bildern

Das Tabernakel